Und es gibt sie doch, also die Tiere, hier in Cincinnati.
Betrachtet man den Grossraum Cincinnati bei Google Maps in der Satellitenansicht, fällt einem auf wie Grün es doch eigentlich ist. Natürlich, Downtown ist alles zubetoniert, aber nur wenige Meilen ausserhalb gibt es viele Parks, Gebüsche, Wäldchen und kleine Bächlein, genug um einige Tierarten zu beheimaten.
Grosse Augen machten wir ja schon kurz nach unserer Ankunft im letzten Sommer. Da sahen wir tatsächlich zwischen den Häusern eine Hirschkuh mit ihren Jungen äsen. Mittlerweile ist es nicht mehr ganz so spektakulär, wenn wir so einen Weisswedelhirsch (Odocoileus virginianus) sehen. Anscheinend gibt es so viele, dass sich die Leute darüber beschweren, dass die Hirsche ihnen die jungen Bäume im Garten fressen.
Mich persönlich nerven die Grauhörnchen ja am meisten. Im Gegensatz zu anderen Familienmitgliedern bin ich nicht ganz so begeistert von denen. Es gibt schlichtweg zu viele und nicht genug, im Herbst haben sie mein Gärtchen zerwühlt, weil sie ihre Nüsse vergraben wollten (die finden sie ja meistens sowieso nicht mehr) und deshalb ist mein Wintersalat nicht gewachsen 😤 Diese Grauhörnchen (Sciurus carolinensis) sind Verwandte von unserem europäischen roten Eichhörnchen und verdrängen leider mittlerweile dieses in England. Aber die US-Umweltschutzbehörde gab 2008 das Grauhörnchen zum Verzehr frei, leider erst im Staat New Jersey 😋 mmmmmh.

Mehr Freude habe ich an den Vögeln. Nicht dass es weniger von denen gäbe als Grauhörnchen, aber sie haben wenigsten mehr Farbe 😉 Jetzt während der Winterzeit sehen wir bei den Futterstellen (unserer Terrasse) viele verschiedene Arten. Spatzen, Eichelhäher, Rotkardinal und zwar am Baum aber nicht weniger schön den Dunenspecht. Nicht ganz so nah an die Häuser getrauen sich der Star und auch die Kanadagans. Diese Gänse ist schon fast eine Plage geworden. Auf jedem Spiel – und Sportplatz lassen die sich nieder, fressen das Gras ab und Sch***en alles voll. Angst vor dem Menschen und den Autos haben die nicht mehr. Es kann gut sein, dass eine Schar Gänse die Strasse überquert und den Verkehr blockiert, weil sie wieder ein grünes Fleckchen gesehen haben, welches sie erobern wollen.
Leider sieht man aber doch mehr Tiere überfahren im Strassengraben liegen, als in freier Wildbahn. Immer wieder sieht man tote Waschbären oder Opossums. Auch eine plattgewalzte Schlange hatten wir schon auf der Strasse nicht weit von unserem Quartier liegen. Es hat hier halt abseits der vielbefahrenen Strassen nur wenig bis gar keine Strassenbeleuchtung, auch die Leitpfosten mit den Reflektoren fehlen. Da kann es je nach Wetter in der Nacht Stockdunkel sein und wenn einem da ein Tier aus dem Gebüsch vor den Wagen springt, hat man keine Chance zu Bremsen.
Erfreulicherweise sahen wir im letzten Spätsommer in einem grösseren Park bei einem See noch eine kleine Schildkröte beim Sonnenbaden. Es könnte sich um einen Rotwangen-Schmuckschildkröte gehandelt haben, aber da bin ich mir nicht ganz sicher.
Immer wieder lese ich auf einer Nachbarschafts-App dass Coyoten gesichtet wurden und es wird gewarnt, dass man Katzen und kleine Hunde über Nacht nicht draussen lassen solle. Ich habe mir da gar keine grossen Gedanken gemacht, bis ich letzte Woche (Mitte Februar) auf der Autobahn ca. 6km Luftline von unserem Haus entfernt, einen (leider) toten Coyoten sah. Gemäss der Webseite der Nachbargemeinde seien Coyoten im Frühling während der Paarungszeit vermehrt unterwegs und man solle solche Beobachtungen doch nicht immer der Polizei melden 😉
Ich muss zugeben, ich würde gerne mal einen sehen. Eventuell muss ich mich im Frühling auf die Lauer legen…
Weiter gibt es von der Ohio Division of Wildlife eine Broschüre mit den Reptilien, welche in ganz Ohio vorkommen sollten. Gefährlich sind unter anderem die Schnappschildkröte und ein paar Schlangen, aber bei uns hat es keine giftigen. Nur ein paar normale Garten-und Wasserschlangen… Aber sagt das nicht Laura, sonst können wir in keinem See baden gehen.
Stinktiere! Fast vergessen. Die hätten wir eigentlich bei unserem Wochenendausflug in Hocking Hills sehen bzw. riechen sollen. Aber entweder waren die Temperaturen schon zu kühl oder wir rochen noch schlechter als die Tiere 😂 Uns besuchte in dieser Zeit „nur“ ein Hirsch während wir im Whirlpool sassen…




Aber cool wäre es schon noch, wenn wir ein zwei Tiere beobachten könnten, welche bei uns in der Schweiz nicht einheimisch sind, bevor wir wieder zurückkommen.
Hätte ich doch den Feldstecher mitgenommen…






